Millionenbetrug mit Weininvestitionen aufgedeckt
17. August 2017 19:38GROSSBRITANNIEN (London) – Die britische Polizei hat eine Bande von Betrügern verhaftet, die potenzielle Weininvestoren um mindestens eine Million britische Pfund betrogen haben sollen.
Von Ruth Preywisch
Den drei Männern, die am 3. August in London festgesetzt wurden, wird bandenmässiger Betrug mit vorgetäuschten Wein-Investitionen vorgeworfen. Die Masche, die sie dafür benutzten ist altbekannt – und sie zieht trotzdem immer noch. Laut Polizei riefen die Betrüger ihre Opfer von einem Callcenter aus an und überzeugten sie von der Investition in gute Weine mit Renditeversprechen von bis zu 40 Prozent.

Danach nutzten sie das so genannte Schneeball-System: Wer zu Beginn investierte, erhielt noch eine vermeintliche Rendite. Die bestand aber aus den Investments der nachfolgenden Opfer. Wer später kam ging leer aus. „Solche Verbrechen sind nach wie vor eine grosse Bedrohung für Einzelpersonen und Statistiken zeigen, dass Menschen über 60 besonders anfällig dafür sind“, sagte Andrew Thompson, Polizei-Inspektor aus London.
„Die Betrüger werden alles tun, um potenzielle Opfer zu manipulieren und sie davon zu überzeugen, dass sie echte Investitionen tätigen.“ Im vorliegenden Fall nahm die Polizei die Ermittlungen auf, nachdem sich mehrere Opfer beim nationalen Cyber-Reporting-Service gemeldet hatten. Bisher haben sich 39 Opfer zu ihren Verlusten bekannt, zusammengerechnet geht es um einen Betrugswert von mehr als einer Million britische Pfund.
Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten ist es nur der neueste einer ganzen Reihe von Betrugsfällen in der Wein-Investmentbranche, nicht nur in Grossbritannien. Kein Wunder, denn Wein gilt als Anlagestar unter den alternativen Investments. Aufgrund der niedrigen Zinsen und der hohen Preise für gute Tropfen wittern Betrüger ein gutes Geschäft. So wurden im vergangenen Jahr sowohl in den USA als auch in Frankreich hohe Haftstrafen wegen Weinbetrugs verhängt.
In den USA wanderte der Händler John Fox hinter Gitter, der seine Opfer um mindestens 45 Millionen US-Dollar betrogen haben soll und in Frankreich erwischte es François-Marie Marret. Der Winzer hatte billigen Wein mit gefälschten Etiketten versehen und teuer an Händler verkauft. Wer sein Geld in Wein anlegt, sollte also gut aufpassen, auf welches Investment er sich einlässt!
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